Modellbahnfreunde Ammerndorf e.V.
| Thema der Anlage | Die Bibertbahn |
| Verein | Modellbahnfreunde Ammerndorf e.V. |
| Webseite | https://www.mfr-ammerndorf.de/ |
| Vorbild | Ehemalige Bahnstrecke Nürnberg-Stein – Großhabersdorf-Unternbibert-Rügland |
| Maßstab | H0 3-Leiter Wechselstrom |
| Anlagentyp | (Teile einer) Modulanlage |
| Anlagenbeschreibung | Gezeigt wird der untere Teil der ehemaligen Bibertbahn mit den Haltepunkten Fürth-Süd, Brücke über die Rednitz, Bahnhof Zirndorf-Altenberg, Bahnhof Leichendorf und Haltepunkt Weinzierlein. |
| Stil der Anlage | Die Anlage zeigt nachgebaute Abschnitte der Strecke in den 1960er Jahren. Die Gebäude und Bauwerke entstanden im Selbstbau. |
| Epochen | I – IV. Gezeigt werden Zuggarnituren, die die echte Strecke befahren haben. |
Eine kurze Geschichte der Bibertbahn
Die Geschichte der Bibertbahn beginnt in den 1870er Jahren mit dem Wunsch, eine Eisenbahnlinie durch den Bibertgrund zu errichten. Zahlreiche Initiativen, darunter von Gemeinden und dem engagierten Pfarrer Friedrich Gruber aus Großhabersdorf, führten zu mehreren Anträgen und Petitionen, die jedoch zunächst erfolglos blieben.
Erst das bayerische Gesetz vom 26. Juni 1908 ermöglichte den Bau der Strecke von Stein nach Unternbibert-Rügland. Der erste Spatenstich erfolgte 1912, und bis 1913 war der Abschnitt bis Großhabersdorf fertiggestellt. Nach erfolgreichen Belastungstests begann 1913 der Güterverkehr, und am 22. Mai 1914 wurde die gesamte Strecke bis Dietenhofen eröffnet. Ein Jahr später war auch der letzte Abschnitt bis Unternbibert-Rügland fertiggestellt, womit die Strecke eine Länge von 32,78 km erreichte.
Die Bahn verfügte über zwei Lokalbahnstationen, drei Agenturen und sechs unbesetzte Haltestellen. Mit nur acht Mitarbeitern und drei Zugpaaren täglich wurde der Betrieb effizient abgewickelt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Strecke erweitert und modernisiert, u.a. durch neue Haltestellen, zusätzliche Gleise und den Einsatz von Straßenrollern zur Versorgung eines Flugplatzes im Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Krieg wurden zerstörte Brücken wieder aufgebaut, und der Betrieb konnte 1945 wieder aufgenommen werden. In den 1950er und 60er Jahren erfolgten Gleiserneuerungen, die Umstellung auf Dieselbetrieb und die Ausstattung mit Blinklichtanlagen. Der „Adler“, eine historische Lokomotive, besuchte mehrfach das Biberttal.
Ab den 1970er Jahren begann der Rückbau: 1971 wurde der Abschnitt Großhabersdorf – Unternbibert-Rügland stillgelegt. 1986 wurde dann die Reststrecke Nürnberg-Stein – Großhabersdorf offiziell stillgelegt. Der letzte Personenzug fuhr am 26. September 1986, der letzte Güterzug am 3. November 1986. Danach begann der systematische Rückbau der Strecke bis Leichendorf. Bis dorthin hielt sich noch der Güterverkehr bis 1992.
Im Jahr1999 kaufte der Landkreis Fürth ein Teilstück für 144.000 DM. In den 2000er Jahren wurden Gleise entfernt und durch Radwege ersetzt. Heute existieren nur noch vereinzelte Gleisfragmente der einst 32,78 km langen Bibertbahn. Aktuell entsteht auf der Trasse am ehemaligen Haltepunkt Fürth-Süd der Endbahnhof der U3 (Bahnhof Gebersdorf).
Die Strecke im Modell
Im Herbst 1994 entstand die Idee, zehn Jahre nach der Stilllegung der echten Strecke eine Modellbahnschau in Ammerndorf zu veranstalten. Als Blickfang sollte der ehemalige Bahnhof Ammerndorf im Maßstab H0 nachgebaut werden. Daraus entwickelte sich eine 8,6 Meter lange Modulanlage, die die Ortsdurchfahrt der Bibertbahn darstellte. Acht Modellbauer präsentierten sie erstmals zum Herbstmarkt 1995 – mit großem Erfolg: 1.900 Besucher kamen.
Im November 1995 gründeten die Beteiligten den Verein „Modellbahnfreunde Ammerndorf und Umgebung“. 2003 wurde der Verein eingetragen und heißt seitdem: „Modellbahnfreunde Ammerndorf e.V.“.
Ziel war es, die vergessene fränkische Nebenbahnstrecke im Modell zu erhalten. Zur Gewerbeschau 1996 in Großhabersdorf wurde die Anlage um Module mit der Bubenmühle und dem Bahnhof Großhabersdorf erweitert – nun über zwölf Meter lang.
Die Modellbauer erweiterten die Anlage weiter: Die Module Leonrod und der Endbahnhof Unternbibert-Rügland kamen hinzu. Zur Feier „125 Jahre Vizinalbahn Siegelsdorf – Markt Erlbach“ 1997 wurde die nun 20 Meter lange Anlage erstmals gezeigt.
Mit inzwischen 40 Mitgliedern, davon zehn aktive Modellbauer, entstanden weitere Abschnitte. 2001 begann der Bau des Haltepunkts Fürth-Süd. Bis ins Jahr 2010 entstanden dann nach und nach die Bahnhöfe Zirndorf-Altenberg, Leichendorf und Weinzierlein.
Mittlerweile kann man die Anlage in mehreren Abschnitten auf Ausstellungen präsentieren.





